Schleswig-Holstein

„Obwohl inzwischen weitgehend Konsens ist, dass der Umbau des Energiesystems ohne Wassersstoff nicht gelingen wird, fehlen vom Bund die entscheidenden Impulse, um das Thema wirklich voran zu bringen. Deshalb haben wir uns jetzt entschlossen, nicht weiter auf den Bund zu warten, sondern als Küstenländer voranzuschreiten.“

Dr. Bernd Buchholz Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein grenzt geografisch an Dänemark, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen und liegt zwischen der Ost- und der Nordsee. Schleswig-Holstein hat ca. 2,9 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 15.800 Quadratkilometern.
Durch die geografische Lage spielt die Windenergie eine große Rolle. Derzeit sind Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 6,7 Gigawatt an Land und rund 1,8 Gigawatt auf See an das schleswig-holsteinische Stromnetz angeschlossen. Zusammen mit der Photovoltaik und der Biomasse sind mehr als zehn Gigawatt Leistung installiert. Bis 2025 ist ein Ausbau der Windenergieanlagen an Land auf zehn Gigawatt geplant. Im Jahre 2017 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein 156,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs des Bundeslandes.
Zahlreiche mittelständische Unternehmen und Anlagenproduzenten haben sich in Schleswig-Holstein angesiedelt, um Produkte und Dienstleistungen für eine erfolgreiche Energiewende anzubieten. Thematische Schwerpunkte sind aktuell die Sektorenkopplung, die Integration neuer Technologien ins Energiesystem, z.B. grüner Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe, die Elektromobilität, die Digitalisierung des Energiesektors, Energieeffizienz, Energiespeicher.
Verschiedene, mit Bundesmitteln geförderte Projekte zur Sektorenkopplung und Wasserstoffnutzung belegen die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in Schleswig-Holstein. Zuletzt wurde dies durch die erfolgreiche Bewerbung von Projekten aus Schleswig-Holstein beim Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ bestätigt. Die Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen des Landes tragen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise zum Gelingen der Energiewende bei.
Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK), das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) wollen die vielfältigen Forschungsaktivitäten besser vernetzen, um zur stärkeren wissenschaftlichen Profilierung Schleswig-Holsteins im Bereich der Energiewendeforschung beizutragen. Gemeinsames Ziel ist eine leistungsfähige und überregional wahrnehmbare Energiewendeforschung in Schleswig-Holstein, mit der substantielle Beiträge zum Klimaschutz, zur Weiterentwicklung der Energiewende und zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes geleistet werden.
Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Energiewendeforschung sollen Lösungen erarbeitet werden, die Antworten auf die konkreten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen einer europäisch vernetzten Energiewende geben. Zugleich sollen Nutzungsoptionen der erneuerbaren Energien mit Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein aufgezeigt werden. Insellösungen werden nicht angestrebt – vielmehr sollen die einzelnen Vorhaben systemisch in eine sektorenübergreifende Energiewende eingebunden werden.

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